Möglicher Zeitplan für die XBRL-IFRS-Berichterstattung in Europa

Im Consultation Paper (CESR/10-719c, July 2010) erhebt das Committee of European Securities Regulators (CESR) den Meinungsstand über einen europaweiten Zugriff auf die Finanzdaten von börsennotierten Unternehmen. Es geht dabei um eine Vernetzung der nationalen OAMs (officially appointed mechanisms for the central storage of regulated information), die in Deutschland vom Unternehmensregister wahrgenommen wird, bzw. um die Errichtung einer einzigen europäischen OAM als zentraler Zugang zu den Finanzdaten.

Zu diesem Zweck könnte XBRL verwendet werden. CESR hatte bereits Ende 2009 einen Call for Evidence veröffentlicht. Dessen Ergebnisse werden im vorliegenden Consultation Document zusammengefasst.

CESR teilt nun im vorliegenden Consultation Paper mit, dass es beabsichtigt eine Kosten-Nutzen-Analyse zu erheben und dabei den Übergang auf eine verpflichtende XBRL-Filings zu untersuchen. Dieser Übergang auf XBRL würde mit einer Vorbereitungsphase von 3 Jahren beginnen und mit einem Voluntary Filing Program von zwei Jahren abschließen. Gegenstand der Filings ist die laufende IFRS-Finanzberichterstattung nach der Transparenzrichtlinie. CESR beabsichtigt im Jahr 2011 dazu ein weiteres Consultation Paper zu veröffentlichen.

Der Verband XBRL Europe wird zum vorliegenden Consultation Paper wieder eine Stellungnahme einreichen. Die Stellungnahme wird beim nächsten XBRL Europe Day am 22. September 2010 in Paris durch die IFRS Arbeitsgruppe des Verbandes XBRL Europe finalisiert. Mitglieder des XBRL Deutschland e.V. können an der Veranstaltung teilnehmen.

Quelle: Committee of European Securities Regulators, Consultation Paper – Development of Pan-European Access to Financial Information Disclosed by Listed Companies, CESR/10-719c, July 2010

Hintergrund:
Der Autor, Bodo Kesselmeyer, leitet die IFRS Arbeitsgruppe des Verbandes XBRL Europe. Ziel ist die Nutzung von XBRL für die europaweite IFRS-Berichterstattung zu fördern. Die Europäische Besonderheit liegt in den zusätzlichen nationalen Regeln (z.B. in Deutschland: HGB, AktG, WpHG etc) zur Berichterstattung börsennotierter Unternehmen, die über den Inhalt der IAS/IFRS hinausgehen. Die XBRL Technologie könnte sogar eine weitgehende Vergleichbarkeit dieser Informationen ermöglichen. Allerdings hängt dies davon ab, wie die nationalen Erweiterungen der IFRS-Taxonomie technologisch und inhaltlich gestaltet werden. Über diesen Harmonisierungsbedarf informieren wir zur Zeit die EU-Kommission, CESR und die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) etwa mittels Stellungnahmen und aber auch Teilnahme an den Sitzungen der relevanten Arbeitsgruppen.